Von A wie Abenteuerurlaub bis Z wie Zielflughafen (Buchung): Zahlreiche Aufgabenbereiche und Spezialisierungen sind unter der Überschrift Tourismus zusammenzufassen. Klassische Angebote wie die Reisebuchung im Reisebüro vor Ort oder die Terminplanung von Kongressen gehören ebenso dazu wie vergleichsweise neue Gewerbeausprägungen wie Online-Buchungsportale oder Eventreisen. Schon bei einem kurzen Überblick wird schnell deutlich, dass Vielseitigkeit ein kennzeichnendes Merkmal für die Branche ist. Zugleich ist die Vielfalt aber auch eine Herausforderung für Tourismus-Fachleute. Für den Tourismus ein duales Studium zu finden, ist mit der Chance verbunden, sich zugleich operative und administrative Tätigkeitsfelder zu erschließen. Mit dem direkten Vergleich der konkreten Tätigkeiten lassen sich die nächsten Karriereschritte fundiert planen.

Allein in den Kernarbeitsfeldern in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern sind mehr als 67.000 Angestellte (Stand 2013) beschäftigt. Werden die Angestellten aus Hotellerie, Gastronomie und Touristenzielen hinzugerechnet, gehört der Tourismus auch ohne angrenzende und teilweise indirekt beteiligte Nebengewerbe (wie Einzelhandel oder Versicherungswirtschaft) zu den bedeutenden Branchen in Deutschland. Kenntnisse über den Tourismus als duales Studium zu erwerben, liegt im Trend. Mehr als 20 Studiengänge können gegenwärtig (Stand Sommer 2016) im Tourismus als duales Studium belegt werden. Parallel erwerben die angehenden Fachleute eine berufliche Ausbildung in betriebswirtschaftlichen Bereichen der Tourismusbranche.

Tourismus als duales Studium für aufgeschlossene Fachkräfte

Auch im Bereich Tourismus ist ein duales Studium eine attraktive Alternative für Schulabgänger/-innen, die sich nicht zwischen einer eher theoretisch oder einer eher praktisch ausgerichteten Ausbildung entscheiden wollen. Allerdings sollten Studieninteressierte frühzeitig die Entscheidung für ein

  • ausbildungsintegrierendes oder ein
  • praxisintegrierendes

duales Studium im Bereich Tourismus treffen. Der Unterschied zwischen den beiden Studienmodellen liegt zunächst in den Abschlussvarianten, die im grundständigen Studium zu erreichen sind. Beide Studienvarianten erlauben den Aufbau ausführlicher Kenntnisse in mehreren Tätigkeitsbereichen innerhalb des gewählten Schwerpunkts. So steigt zum einen das Verständnis für die miteinander vernetzten Aufgabengebiete, zum anderen erleichtern die parallel in Theorie und Praxis erworbenen Kenntnisse das Erlernen auch des jeweils anderen Bereichs. In einem ausbildungsintegrierenden Tourismus-Studium müssen Studierende genau die Kompetenzen erwerben, die in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Tourismusbranche wie beispielsweise als

  • Tourismuskaufmann/kauffrau,
  • Touristikassistent/-in,
  • Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit,
  • Servicekaufmann/-frau im Luftverkehr,
  • Sport- und Fitnesskaufmann/-frau,
  • Assistent/-in im Hotelmanagement,
  • Luftverkehrsassistent/-in oder
  • Tourismusfachwirt/-in

im Zuge einer dualen Ausbildung erworben werden. Dafür wird am Ende des Studiums nach Anfertigung der Bachelor-Thesis sowohl die Ausbildung im Lehrberuf anerkannt als auch der Bachelor erworben. Am Ende des praxisintegrierenden Studiums wird bei ähnlichem Praxisbezug im Studium “nur” der Bachelorgrad erreicht.

Auch die Bewerbung kann verschieden sein, wenn Tourismus als duales Studium in der ausbildungs- oder praxisintegrierenden Variante gewählt wird. Für ausbildungsintegrierende Studiengänge können sich Studieninteressierte direkt beim Unternehmen bewerben und ihr Studium ist nicht selten an einer Berufsakademie zu absolvieren. Alternativ kann auch in einem Beratungsgespräch an der gewünschten Hochschule geklärt werden, ob im Tourismus ein duales Studium für die jeweiligen Bewerber/-innen optimal in einem Unternehmen sinnvoll ist, oder ob während der Studienzeit ein regelmäßiger Wechsel der Unternehmen von Vorteil sein könnte. Studierende, die die erste Variante mit einer parallel zu durchlaufenden praktischen Ausbildung wählen, erhalten ein Ausbildungsgehalt und auch die Studienkosten werden vom Unternehmen übernommen. Praxisintegrierende duale Studien haben demgegenüber den Vorteil, dass die Studierenden verschiedene Arbeitsbereiche innerhalb der Tourismusbranche während des Studiums kennenlernen. Die Bewerbung für diese Studiengänge ist an die Hochschule beziehungsweise die zentrale Hochschulzulassung Hochschulstart zu richten.

Voraussetzungen für ein erfolgreiches duales Studium im Tourismus

Persönliche Voraussetzungen, um im Tourismus ein duales Studium zu absolvieren, unterscheiden sich nicht wesentlich von den Soft Skills, die angehende Studierende generell mitbringen sollten:

  • analytisches Denken,
  • Konzentrationsfähigkeit,
  • Offenheit für verschiedene Inhalten und
  • Stressresistenz.

Hinzu kommen im Tourismus für ein duales Studium

  • eine ausgeprägte Serviceorientierung,
  • die Freude am Umgang mit Menschen und
  • Flexibilität.

Wichtige formale Voraussetzungen, die bei einer Ausbildungs- und Studienbewerbung erfüllt werden müssen, sind auch im Tourismus für ein duales Studium

  • die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder
  • die Fachhochschulreife (allgemein oder fachbezogen) oder
  • eine beruflich erworbene Hochschulzugangsberechtigung.

Letztere besteht zum Beispiel in einer erfolgreich bestandenen Aufstiegsfortbildung für Tourismusfachleute, die im Tourismus ein duales Studium als Zweitausbildung mit einem Erststudium verbinden wollen. Darüber hinaus können von den Unternehmen oder von den Hochschulen besondere Vorleistungen erwartet werden, die über ihre jeweiligen Online-Informationen für Bewerber/-innen abgerufen werden können. Vor allem kommunikative Fähigkeiten und Sprachkenntnisse gehören gelegentlich zu den obligatorischen Zulassungsbedingungen.

Auswahl des richtigen Schwerpunktes für die eigenen Interessen

Die Wahl des richtigen Studiengangs ist auch bei der Entscheidung, im Tourismus ein duales Studium zu absolvieren, eine mittel- bis langfristig wirksame Weichenstellung. Mit einem qualifizierten Praktikum zwischen dem Schulabschluss und dem möglichen Studien- und Ausbildungsbeginn können angehende Studierende ihren Entschluss für das Studium festigen. Auch verschiedene Interessentests eignen sich gut, die eigenen Stärken und Interessen zu analysieren und ihre Eignung für den Tourismus und ein duales Studium zu überprüfen. Da manche Hochschulen vor der Studienzulassung einen Eignungstest mit den Bewerberinnen und Bewerbern durchführen, kann die reflektierte Beschäftigung mit den verschiedenen Tätigkeitsfeldern in der Tourismusbranche weitere Vorteile bringen. Dies gilt besonders für ausbildungsintegrierende Studienprogramme, bei denen die Bewerbung direkt bei dem Unternehmen erfolgt, das für die praktische Ausbildung verantwortlich ist: Eine überzeugende Argumentation der eigenen Berufs- und Studienentscheidung kann den Ausschlag für das Angebot eines Ausbildungsplatzes liefern.

Zu den Studiengängen, die ein Tourismus duales Studium ermöglichen, zählen Programme wie

  • Tourismusmanagement,
  • Tourismuswirtschaft,
  • Betriebswirtschaftslehre mit einem Schwerpunkt in Tourismus und Gastgewerbe,
  • Business Administration (für Tourismus),
  • International Management for Service Industries und
  • Tourism Marketing Management.

Auch in benachbarten Disziplinen wie Hotelmanagement oder Gesundheitsförderung kann mit einem Schwerpunkt im Bereich Tourismus ein duales Studium absolviert werden. Ausbildungs- und praxisintegrierende Studienprogramme bestimmen zusätzlich die Spezialisierung für spätere Karriereverläufe.

Studienförderungen und Studienfinanzierungen für Tourismus-Einsteiger/-innen

Im Bereich Tourismus ist ein duales Studium auch im Hinblick auf die Studienfinanzierung eine attraktive Variante. Ausbildungsintegrierende Studiengänge, die mit einem beruflichen und einem grundständigen Bildungsabschluss enden, werden von Unternehmen mit einem Ausbildungsgehalt und der Übernahme der Studienkosten gefördert. Darüber hinaus können Studierende, die sich den Tourismus als duales Studium erschließen,

  • steuerliche Vorteile (in der Erstausbildung als Sonderausgaben),
  • verschiedene staatliche und private Stipendien sowie
  • spezielle Studienkredite

in Anspruch nehmen.

Grundsätzlich ist bis heute die Finanzierung durch die Familie die meistgenutzte Studienfinanzierung, auf die Studierende im Rahmen der Möglichkeiten im grundständigen Studium einen rechtlichen Anspruch haben. In der Variante, Tourismus als duales Studium praxisintegrierend zu absolvieren, bietet sich Studierenden zusätzlich ein etwas breiteres Spektrum möglicher ergänzender Finanzierungshilfen als Studierenden, die sich für die ausbildungsintegrierende Variante im Tourismus ein duales Studium zu absolvieren entschieden haben. Neben

  • der steuerlichen Berücksichtigung von Studienkosten als Werbungskosten,
  • einem großen Angebot an Stipendienprogrammen und
  • Studienkrediten (besonders in der Schlussphase des Studiums)

haben Vollzeitstudierende auch im Tourismus-Studium die Möglichkeit

  • finanzielle Vorteile für Studierende (zum Beispiel das Semesterticket oder die Befreiung vom Rundfunkbeitrag),
  • die Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz: Bafög) oder
  • Nebenjobs (optimal mit Bezug zum Tourismus- und Gastgewerbe als Ergänzung zu Pflichtpraktika)

für die Finanzierung zu nutzen, während sie Tourismus als duales Studium absolvieren.

Beratungsmöglichkeiten für alle Studienprobleme

Das Angebot qualifizierter Beratungen für Studienbeginner/-innen beginnt bereits bei der Studienentscheidung mit der allgemeinen oder fachlichen Studienberatung. Hochschulen, die im Bereich Tourismus ein duales Studium anbieten, haben in vielen Fällen eine umfangreiche Onlinedarstellung zu ihren

  • thematischen Studienschwerpunkten,
  • Partnerunternehmen für die praktische Ausbildung und
  • den Bewerbungsmodalitäten.

Sollten dennoch Fragen offen bleiben, stehen Studienberater/-innen zur Verfügung, die sich um individuelle Fragestellungen kümmern. Für eine grundlegende Beratung, in der auch Alternativen zur Sprache kommen können, die sich anbieten, im Tourismus ein duales Studium zu ersetzen, ist unter Umständen auch die Arbeitsagentur eine potentielle Adresse für die Beratung.

Manche Hochschulen bieten für Studieninteressierte Bewerbertrainings an. In diesen kurzen, maximal zweitägigen Vorbereitungskursen werden wichtige Themen wie

  • die Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen,
  • die Präsentation vorhandener Kompetenzen oder
  • das Verhalten bei Bewerbungsgesprächen im kooperierenden Partnerunternehmen

besprochen. Zudem steht der soziale Aspekt des Studiums im Fokus: Studierende können sich bereits vor Studienbeginn im Bereich Tourismus (duales Studium) kennenlernen und erste Kontakte knüpfen.

Auch während des Studiums kann es in verschiedenen Konstellationen zu Schwierigkeiten kommen, für die an den Hochschulen kompetente Hilfestellung abgerufen werden kann:

  • Aufschiebeverhalten (Prokrastination) und Prüfungsangst können in speziellen Coachings bekämpft werden,
  • für finanzielle Probleme stehen beim Studentenwerk versierte Ansprechpartner/-innen zur Hilfe bereit und
  • bei privaten oder gesundheitlichen Studienhindernissen können die psychologischen Beratungsstellen der Hochschulen Unterstützung anbieten.

Auch für Probleme mit dem Ausbildungsunternehmen oder bei grundsätzlichen Zweifeln an der Studienentscheidung sind die Hochschulen erste Anlaufstellen zur Klärung.

Tätigkeitsbereiche für doppelt qualifizierte Tourismus-Fachleute

Mit der Option, im Bereich Tourismus ein duales Studium für die berufliche Spezialisierung zu instrumentalisieren, können Studierende einerseits frühzeitig die Richtung der Karriere vorbestimmen. Andererseits können akademische und praktische Schwerpunkte so aufeinander abgestimmt werden, dass ein breites Spektrum möglicher Tätigkeitsfelder nach dem Studium übernommen werden kann.

Sofern nach dem Studium keine Weiterbeschäftigung im Unternehmen, das für ein Tourismus duales Studium als Partner fungiert hat, möglich ist, gibt es für einen Berufseinstieg als akademische Fachkraft zahlreiche Ansatzpunkte. Als Arbeitgeber kommen Unternehmen wie

  • Freizeitunternehmen (Bäder, Freizeitparks u.ä.),
  • Reiseveranstalter,
  • Reiseagenturen,
  • Hotels,
  • Event-Veranstalter,
  • Messen oder
  • Gesundheits- und Wellnessanbieter

in Frage. In diesen Branchen und Tätigkeitsfeldern können Arbeitsbereiche gewählt werden, die Kenntnisse aus dem Studium nutzbar machen:

  • Rechnungswesen,
  • Personalwesen,
  • Planung und Organisation,
  • strategische Entwicklung,
  • Werbung und Vertrieb,
  • Öffentlichkeitsarbeit,
  • Kundenberatung oder
  • Prozessplanung

sind typische Tätigkeitsfelder für Absolventinnen und Absolventen, die ihr betriebswirtschaftliches Grundwissen in den Dienst von Tourismusunternehmen stellen wollen. Alternativ können diese Fertigkeiten genutzt werden, mit einem eigenen Unternehmen im Bereich Tourismus durchzustarten. In dieser Option bieten sich deutlich breiter gefächerte Tätigkeitsbereiche. Allerdings geht eine Selbständigkeit oft mit einem größeren Risiko einher.

Fazit & Zusammenfassung

  • Im Bereich Tourismus ein duales Studium zu absolvieren, erschließt Ihnen eine der weltweit einflussreichsten Branchen mit interessanten und vielseitigen Arbeitsbereichen.
  • Auch im Tourismus ist ein duales Studium in verschiedenen Varianten eine Ausbildungsoption, die Ihnen einen doppelten Bildungsabschluss mit einem anerkannten Ausbildungsberuf und einem grundständigen akademischen Grad ermöglicht.
  • Für ein ausbildungsintegrierendes Studium bewerben Sie sich beim Unternehmen; für andere Angebote, im Tourismus ein duales Studium zu absolvieren, bewerben Sie sich bei der Hochschule.
  • Für ein duales Studium sind Sie grundsätzlich gut gerüstet, wenn Sie über verschiedene Soft Skills verfügen.
  • Sie erfüllen die Zulassungsbedingungen, um im Tourismus ein duales Studium zu absolvieren, wenn Sie über eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife verfügen.
  • Mit guten Sprachkenntnissen in mindestens einer Fremdsprache sind Sie für eine Tätigkeit in der Tourismus-Branche gut vorbereitet; die Sprachfähigkeiten werden in vielen Studienprogrammen ausgebaut.
  • Bevor Sie im Tourismus ein duales Studium beginnen, helfen Eignungstests und Selbstanalyseverfahren, die eigenen Stärken für die Wahl eines passenden Ausbildungsschwerpunktes zu definieren.
  • Inklusive direkt angrenzender inhaltlicher Gewichtungen können Sie sehr verschiedenartige Spezialisierungen für Ihr duales Studium wählen.
  • Die Studienfinanzierung ist im Bereich Tourismus für ein duales Studium mehrheitlich durch den Ausbildungsbetrieb gesichert; weitere Optionen stehen Ihnen zusätzlich zur Verfügung.
  • Das Studentenwerk, die Hochschulen und die Studierendenvertretungen bieten regelmäßig Beratungen, die dabei helfen, die Finanzierungsmöglichkeiten für den Einzelfall auszuloten.
  • Für die Bewältigung der meisten potentiellen Studienhindernisse können Sie kompetente Beratungen abrufen.
  • Das Spektrum an Tätigkeitsbereichen und Aufgabenfeldern, das Ihnen im Tourismus nach dem dualen Studium offen steht, ist so breit, dass für kaum eine Begabung und Qualifikation Grenzen innerhalb der Branche bestehen.

Quellen / Weiterführende Informationen

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