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Urlaub. Fernweh. Abenteuerlust. Erholung. Ferienzeit.

Diese und weitere schlagwortartige Kurzbeschreibungen definieren die Arbeitsaufgabe professioneller Fachkräfte in der Wachstumsbranche Touristik. Verschiedene Schwerpunkte und dementsprechend eine Vielzahl möglicher Qualifikationen, die mit

  • einer Berufsausbildung,
  • einem Studium oder
  • einem dualen Studium

zu erwerben sind, führen in die verschiedenen Arbeitsbereiche rund um das Gast- und Reisegewerbe. Die Diversifizierung der Branche in den letzten Jahrzehnten hat zu einer Vielzahl an Spezialisierungen geführt. Administrative und operative Tätigkeitsfelder erfordern unterschiedliche Fachkenntnisse. Tourismus zu studieren führt zu einem tiefgreifenden Verständnis vollständiger Prozesse in den jeweils interdependenten Branchen und Fachaufgaben. So verbessert sich die Qualität der gebotenen Leistungen und jede gut ausgebildete Tourismus-Fachkraft hat damit einen wichtigen Einfluss auf die Kundenbindung und die Entwicklungspotentiale des Unternehmens.

Nach Zahlen des deutschen Reiseverbands erwirtschaftet der Tourismus in Deutschland knapp 10 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung des Landes (9,7%; Stand 2013). Damit gehört die Branche zu den zentralen Wirtschaftsfaktoren des Landes. Zur Bedeutung passt der Umstand, dass von Tourismus-Fachleuten im Zuge einer Professionalisierung zunehmend gut ausgebildete betriebswirtschaftliche und organisatorische Kompetenzen gefragt sind. Um die Wachstumserwartungen zu erfüllen, sind sowohl Innovationen als auch eine kontinuierliche Zuverlässigkeit der angebotenen Dienstleistung Daueraufgaben für den anspruchsvollen Markt. Ein Tourismus Studium qualifiziert für die anspruchsvollen Aufgaben, mit denen die unterschiedlichen Arbeitsgebiete professionell ausgefüllt werden können.

Persönliche Voraussetzungen

Grundsätzlich ist nicht jeder nach der Schulzeit direkt für die Bewältigung eines grundständigen Studiums geeignet oder bereit. Wer sich selbst die notwendige Disziplin und Eigenverantwortung (noch) nicht zutraut, kann mit einer Alternative die Zeit bis zum letztendlichen Studienbeginn sinnvoll nutzen. Gerade für ein geplantes Tourismus Studium bieten sich zahlreiche Optionen, Erfahrungen zu sammeln, die im Studium und beim Berufseinstieg konstruktiv eingesetzt werden können. Beispiele für eine Überbrückung von der Schul- zur Studienzeit können sein

  • eine Lehrausbildung in der Hotel- oder Reisebranche,
  • ein individueller Auslandsaufenthalt als Backpacker,
  • einige Monate Work and Travel zur Verbesserung der Sprachkenntnisse,
  • ein Praktikum in einer sozialen, ökologischen oder politischen Organisation weltweit respektive
  • ein organisierter kultureller Freiwilligendienst.

Die Auslandserfahrungen und Fachkenntnisse, die in dieser Zeit erworben werden, helfen bei der Orientierung und Entscheidung für mögliche Arbeitsperspektiven in der spannenden Tourismusbranche.

Zu den persönlichen Voraussetzungen für das Tourismus studieren zählen neben der Studienbereitschaft Eigenschaften und persönliche Fähigkeiten wie

  • Offenheit,
  • Kreativität,
  • Interesse an Dienstleistung,
  • konzeptionelles Denken,
  • Organisations- und Planungsfertigkeiten,
  • Kommunikationsfähigkeit sowie
  • Flexibilität.

In Praktika kommen diese Persönlichkeitsmerkmale ebenso zum Tragen wie im Tourismus Studium bei Gruppen- und Projektarbeiten. Auch für weitere Situationen, die für ein Studium generell typisch sind, können die bei Studienbeginn bereits vorhandenen Soft Skills hilfreich sein und trainiert werden:

  • Lerngruppen profitieren von kommunikativen und sozialen Eigenschaften,
  • in persönlichen Tiefs helfen Durchhaltevermögen und Zielorentierung,
  • Lernschwierigkeiten lassen sich mit Organisationsvermögen (und speziellen Hilfsseminaren) überwinden oder
  • Stress (Mehrfachbelastung, Prüfungsstress et al.) kann mit Anpassungsvermögen und einem guten Zeitmanagement bekämpft werden.

Inhaltliche Optionen für das Tourismus Studium

Fast 140 Studiengänge mit verschiedenen Spezialisierungen können in Deutschland als qualifiziertes Tourismus Studium auf die Tätigkeit im Reise- und Gastgewerbe vorbereiten. Mehr als 90 der angebotenen Studienprogramme sind als grundständige Studiengänge ausgewiesen, der Rest sind weiterführende Studienprogramme mit Schwerpunkten in speziellen Arbeitsbereichen, die für die Organisation und Administration verschiedener Tourismusangebote relevant sind. Grundständige und weiterführende Studienabschlüsse können passend zur eigenen Karriereplanung, zur aktuellen Lebenssituation und zur persönlichen Interessenlage gewählt werden.

Studienprogramme, mit denen das Tourismus Studium in etwa sieben Semestern (plus Bachelor Thesis) zum Bachelor führt, sind zum Beispiel

  • Gesundheitstourismus,
  • Tourismusmanagement,
  • Tourismus und Eventmanagement,
  • Tourismuswirtschaft,
  • Betriebswirtschaft mit Tourismusschwerpunkt,
  • Cruise Tourism Management,
  • Regionalmanagement,
  • Leisure and Tourism Management,
  • Hotel Management,
  • International Hospitality Management oder
  • Dientsleitstungsmanagement.

Drei- oder viersemestrige Programme für den Erwerb des Master im Tourismus Studium können sein

  • Tourismusmanagement,
  • Hospitality Management,
  • Kulturmanagement und -tourismus,
  • International Studies of Leisure and Tourism,
  • Kultur, Umwelt und Tourismus,
  • Regionalmanagement und -entwicklung,
  • Sporttourismus,
  • Erholungsmanagement,
  • Gesundheitsmanagement,
  • International Tourism Management,
  • Tourism Development Strategies sowie
  • Master of Business Administration mit Schwerpunkt Tourismus.

Ein Teil der Studiengänge, in denen es möglich ist Tourismus zu studieren und einen grundständigen oder weiterführenden Hochschulabschluss zu erwerben, sind als internationale Studiengänge mit einem doppelten internationalen Abschluss an der deutschen und an der Partnerhochschule konzipiert. Vor allem diese Studienprogramme erlauben den Einstieg in eine internationale Karriere.

Tourismus studieren nach Bedarf

Nicht immer verlaufen Lebenswege geradlinig und auch die Entscheidung für ein Tourismus Studium fällt in individuellen Lebenssituationen: nach der Schule, nach einer ersten Ausbildung oder nach ersten Berufserfahrungen. Mehrere Studienformen, die zu verschiedenen aktuellen Lebenssituationen passen, erlauben ein Tourismus Studium. Die wichtigsten Studienmodelle im Überblick:

  • Präsenzstudium: Tourismus studieren direkt nach der Schule oder nach einer kurzen Auszeit im Vollzeitstudium ist eine beliebte Variante. Am Heimatort oder an einem bewusst ausgewählten Studienort in gewisser Entfernung zum Wohnort der Familie erlaubt das Präsenzstudium viele Aspekte studentischen Lebens. Das Studium kann im Bachelor- oder Masterstudium innerhalb der Regelstudienzeit von sechs bis acht Semestern (Bachelor) oder zwei bis vier Semestern (Master) absolviert werden. In begründeten Fällen lassen die Hochschulen auf Antrag auch ein Teilzeitstudium für das Präsenzstudium zu, allerdings verlängert sich dann das Tourismus Studium.
  • Duales Studium: Das duale Studium integriert Teile einer qualifizierten Berufsausbildung mit dem Erwerb akademischer Fähigkeiten. Diese besondere Form eines berufsintegrierenden Studiums (genauer: ausbildungsintegrierenden Studiums) ist eng verzahnt mit der beruflichen Tätigkeit. Am Ende haben Absolventinnen und Absolventen einen Doppelabschluss, der aus einem anerkannten Lehrberuf (im Tourismus- oder Gastgewerbe) und einem grundständigen Hochschulabschluss wie dem Bachelor of Arts (B.A.) besteht.
  • Fernstudium: Ein Tourismus Studium kann durchaus berufsbegleitend absolviert werden. Auch für Studieninteressierte, die lokal gebunden sind, eignen sich die angebotenen Varianten, die akademischen Inhalte im Eigenstudium mit mehreren Präsenzphasen in einem Studienzentrum zu erarbeiten. Technisch ist ein Großteil der Fernstudien als Teilzeitstudium konzipiert. Grundständige und weiterführende Studiengänge können gewählt werden, um Tourismus zu studieren und sich parallel oder ergänzend zur aktuellen Berufstätigkeit für eine Tätigkeit in der Tourismusbranche zu qualifizieren.

Internationales Studium: Die Hochschulen bieten ein breites Spektrum an internationalen Studiengängen für ein Tourismus Studium im grundständigen Bachelor- und im weiterführenden Masterbereich. Abhängig vom gewählten Studienprogramm kann ein doppelter Abschluss der deutschen und der internationalen Hochschule erworben werden. Fremdsprachenkenntnisse in mindestens einer Sprache sind bei Studienbeginn obligatorisch. In den meisten Fällen sind auch längere Auslandsaufenthalte für Studien oder Praktika sowie der Erwerb weiterer kommunikativer Kompetenzen Teil des Curriculums.

Formale Voraussetzungen für ein Tourismus Studium

Wer Tourismus studieren möchte, sollte sich vorab über die von der jeweiligen Wunschhochschule geforderten Zulassungsbedingungen informieren. Im Kern obligatorisch ist für ein

  • Tourismus Studium zum Bachelor: das Abitur (Allgemeine Hochschulreife) oder die Fachhochschulreife (auch fachgebunden) oder eine berufliche Studienberechtigung (Meister oder Aufstiegsfortbildung und mehrjährige Berufserfahrung in einem Beruf der dem Tourismus Studium fachlich verwandt ist)und für ein
  • Tourismus Studium zum Master ein erster Studienabschluss (meist mit einer mindestens guten Abschlussnote) sowie gelegentlich eine qualifizierte Berufserfahrung im angestrebten Bereich.

In internationalen Studienprogrammen (Bachelor oder Master) sind zur Bewerbung Sprachkenntnisse (zu belegen über einen standardisierten Sprachtest) unabdingbar. In einigen Programmen, in denen angehende Fachleute Tourismus studieren, gehört der Erwerb mindestens einer zweiten Fremdsprache zum Studienprogramm.

Bewerbung für das gewünschte Tourismus Studium

Studieninteressierte, die Tourismus studieren wollen, müssen sich im Bewerbungsverfahren für das örtliche Zulassungsverfahren direkt bei der Hochschule bewerben. Zusätzlich zu den formalen Mindestvoraussetzungen schreiben die meisten Hochschulen ergänzende Bedingungen vor. So können

  • obligatorische Beratungsgespräche,
  • Eignungstests oder Zulassungsprüfungen,
  • Bewerbungsinterviews,
  • Motivationsschreiben oder
  • schriftliche Belege über fachliche Vorkenntnisse

verlangt werden. Damit die Bewerbung erfolgreich sein kann, müssen bestimmte Fristen auch für die jeweiligen Vorbedingungen eingehalten werden. Dagegen ist es an manchen Hochschulen möglich, das zum Studium berechtigende Abschlusszeugnis (Abitur- oder Fachhochschulreifezeugnis) nachzureichen, bevor mit dem Tourismus studieren begonnen wird. So wird gewährleistet, dass angehende Studierende ohne Zeitverlust mit dem Studium beginnen können.

Das von der Hochschule präferierte Bewerbungsprozedere sowie eine Übersicht der obligatorischen Bewerbungsunterlagen sind den jeweiligen Internetseiten der Hochschulen zu entnehmen. Studierende, die sich für ein grundständiges Tourismus Studium mit einer örtlichen Zulassungsbeschränkung interessieren, sollten zudem darauf achten, sich rechtzeitig bei der zentralen Registrierung für zulassungsbeschränkte Studiengänge zu registrieren. Studierende höherer Semester oder Interessierte für einen Studiengang ohne Zulassungsbeschränkung durchlaufen im Regelfall nur das hochschulinterne Bewerbungsverfahren.

Inhalte für Tourismus-Profis verschiedener Schwerpunkte

Die ausdifferenzierten Studienprogramme, mit denen Tourismus studieren an deutschen Hochschulen möglich ist, qualifizieren für bestimmte Tätigkeitsfelder im gesamten Wirtschaftskomplex “Tourismus”. So sind Programme verfügbar, die sich explizit auf

  • die Hotellerie,
  • das Eventmanagement,
  • den Gesundheits- und Wellnesstourismus,
  • die Reiseveranstalter,
  • die Reiseagenturen,
  • das Restaurantgewerbe oder
  • das nachhaltige Reisen konzentrieren. Entsprechend den speziellen Anforderungen werden die Inhalte im Tourismus Studium für angehende Tourismus-Fachleute in manchen Studienprogrammen auf Nachbardisziplinen wie
  • Sport- und Gesundheitswissenschaften,
  • Sozialwissenschaften,
  • Biologie und
  • Ernährungswissenschaften

ausgeweitet.

Für eine sinnvolle akademische Ausbildung im Spezialgebiet muss jedoch auch zum Tourismus studieren erst eine Basis geschaffen werden. Nicht zufällig sind die meisten Studiengänge Tourismus im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften angesiedelt. Zu den Kernkompetenzen, die mit einem Tourismus Studium aufgebaut werden, zählen Kenntnisse in

  • Marketing,
  • Statistik,
  • Rechnungswesen und Controlling,
  • Personalwesen und
  • Unternehmensführung.

Mit diesen betriebswirtschaftlichen Instrumenten sind Experten für bestimmte Tourismusvarianten ebenso gut vorbereitet wie Generalisten, die sich bis zum Berufseinstieg mehrere Tätigkeitsfelder offen halten wollen. In allen Varianten werden außerdem

  • Kommunikationsfähigkeiten,
  • Sprachkenntnisse in mindestens einer Fremdsprache,
  • Rechtswissen in relevanten Rechtsgebieten und
  • Projektmanagement

beim Tourismus studieren aufgebaut und verbessert, um Absolventinnen und Absolventen für die Tätigkeit in anspruchsvollen Arbeitsgebieten des internationalen Tourismus vorzubereiten.

Kriterien für die Studienentscheidung

Neben den Hard Facts wie

  • Inhalt der Studienmodule,
  • Studienmodell,
  • Studiendauer oder
  • Zulassungsbedingungen

können verschiedene weitere Kriterien die Studienentscheidung für ein Tourismus Studium beeinflussen. So sind

  • die Studienorganisation,
  • das Spektrum ergänzender Hochschulangebote und
  • die Aspekte des studentischen Lebens

bei einer Studienentscheidung schon deswegen relevant, weil sie am Ende die Studienzufriedenheit, den Studienerfolg sowie den Übertritt ins Erwerbsleben mitbestimmen.

Potentielle Fragen, die sich Studieninteressierte vor dem Tourismus Studium aus dieser Perspektive stellen sollten, sind zum Beispiel:

  • Welcher Praxisanteil ist beim Tourismus studieren vorgesehen?
  • Welches Gewicht haben allgemein qualifizierende BWL-Inhalte?
  • Erfüllt die Internationalität der Inhalte und die Vermittlung interkultureller Kompetenzen die Erwartungen?
  • Gibt es die Option für einen internationalen Doppelabschluss?
  • Wie werden Sprachfertigkeiten in den gewählten Fremdsprachen vermittelt und trainiert?
  • Wie ist das Betreuungsverhältnis (Studierende pro Lehrkraft) im angestrebten Tourismus Studium?
  • Welche Serviceleistungen der Hochschule (Berufsvorbereitung, Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten) werden angeboten?
  • Welche ergänzenden Soft Skills werden fachlich kompetent trainiert?
  • Wie sind die Lebenshaltungskosten am Studienort strukturiert?

Finanzierungsmöglichkeiten für das Tourismus Studium

Beim Tourismus studieren im Bachelorbereich ist die Bandbreite möglicher Förderungen am größten. Für eine Erstausbildung, die das grundständige Tourismus Studium darstellt, kommen grundsätzlich

  • das Bafög,
  • die Steuervergünstigung,
  • verschiedene Stipendien und
  • ein Studienkredit

zur Studienfinanzierung in Frage. Je nach sonstiger Lebenssituation können auch die Finanzierung durch die Familie oder das Verwenden eigener Ersparnisse sowie das Jobben parallel zum Studium in Betracht kommen.

a) Die Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), kurz Bafög, wird abhängig vom Einkommen der Eltern oder des Ehepartners berechnet. Die Antragstellung ist gerade beim ersten Mal etwas komplizierter, aber es gibt unter anderem beim Studentenwerk gute Hilfestellungen. Bafög-Rechner klären vorab, mit welcher Förderung kalkuliert werden kann. Die Studienleistungen und das Einhalten der Regelstudienzeit müssen belegt werden. Es gibt eine Förderungshöchstdauer und eine Altershöchstgrenze. Die Hälfte der als Bafög gezahlten staatlichen Leistungen müssen nach dem Studium zurückgezahlt werden. Für das Tourismus Studium kann die Förderung auch von Auslandsaufenthalten auf Antrag genehmigt werden.

b) Grundsätzlich kann die Erstausbildung als Sonderausgaben bei der jährlichen Steuererklärung geltend gemacht werden, wenn neben dem Tourismus Studium zu versteuernde Einkünfte erzielt werden. Für Studierende im dualen Studium gelten wie für andere Auszubildende und Arbeitnehmer/-innen die Studienkosten als Werbungskosten, die sich ebenfalls unter Umständen als steuermindernd auswirken. Steuerberatungen und Lohnsteuerhilfevereine können in Zweifelsfällen beim Zusammenstellen der Belege und bei der Steuererklärung Hilfestellung geben.

c) Stipendien sind immer an bestimmte Bedingungen geknüpft, allerdings sind zahlreiche Programme auch für “normale” Studierende, die Tourismus studieren, erreichbar. Neben den Aufstiegs- und Begabtenförderungen sind weitere Stipendien zu finden, deren Voraussetzungen in

  • einem gesellschaftlichen Engagement,
  • einer guten bis sehr guten Studienleistung,
  • einer bestimmten konfessionellen oder politischen Haltung oder
  • einer sozialen Situation

bestehen.

d) Speziell für die Abschlussphase im Tourismus Studium können Studienkredite die notwendige Konzentration auf die Bachelor- oder Master-Thesis ermöglichen. Ohne nebenbei zu jobben lässt sich der Fokus komplett auf eine wissenschaftliche Ausarbeitung lenken. Studienkredite sind nicht abhängig vom Bafög. Studierende sollten allerdings in jedem Fall unterschiedliche Angebote vergleichen, bevor sie sich für einen Studienkredit entscheiden.

Studierende anderer Studiengänge im Bereich Tourismus müssen mit einer leicht anderen Förderlandschaft auskommen. Für

  • ein berufsbegleitendes Tourismus Studium (inklusive eines dualen Studiums),
  • ein Masterstudium oder
  • ein Bachelorstudium, das erst nach einer ersten Ausbildung (Lehre oder Studium) begonnen wird,

kann das Bafög nur in sehr seltenen Ausnahmefällen in Anspruch genommen werden. Dafür kommen unter bestimmten Umständen andere finanzielle Hilfen wie das Wohngeld oder die Förderung aus einem privaten Bildungsfonds in Frage.

Eine weitere finanzielle Unterstützung erhalten Bachelor- und Masterstudierende, deren Haupttätigkeit das (Tourismus) Studium ist, durch verschiedene Vergünstigungen, die teilweise erst auf Antrag gewährt werden:

  • Semesterticket,
  • Befreiung vom Rundfunkbeitrag,
  • Sozial- und Studierendentarife bei Telefonanbietern sowie
  • Studierendenpreise und -tarife in zahlreichen Kulturstätten.

Anträge zur Befreiung von Beiträgen oder zur Reduzierung von Tarifen sind im Regelfall in den Studierendenbüros oder beim zuständigen Studentenwerk zu erhalten. In vielen Fällen ist jedoch auch die Vorlage des gültigen Studierendenausweises ausreichend.

Perspektiven nach dem Abschluss

Viele der möglichen Tätigkeitsfelder, die sich nach einem Tourismus Studium öffnen, sind von einer ähnlichen Interdisziplinarität geprägt wie das Studium. Da der Tourismus weltweit nach wie vor als Wachstumsmarkt gilt, gibt es für qualifizierte Fachleute, die Tourismus studieren und sich praktische und theoretische Kompetenzen erarbeiten, viele Ansatzpunkte, die zu den eigenen Stärken und Interessen passende Position zu finden:

  • operative Tätigkeiten in Unternehmen der Tourismusbranche,
  • administrative Tätigkeiten in Tourismusunternehmen,
  • Beratung von Unternehmen,
  • Selbständigkeit und Gründung eines eigenen Unternehmens mit Tourismusbezug,
  • Fortsetzen des wissenschaftlichen Weges in der Forschung oder
  • Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit

sind Optionen, für die ein Tourismus Studium abhängig vom Studienerfolg und den persönlichen Karrierewünschen qualifiziert.

Der Bereich Dienstleistungen im Tourismus ist durch große Vielfalt gekennzeichnet. Mit einem grundständigen oder allgemein ausgerichteten weiterführenden Tourismus Studium können Absolventinnen und Absolventen zum Beispiel

  • bei Reiseveranstaltern,
  • in Reiseagenturen (online oder größere Unternehmen mit vor-Ort-Service),
  • in Hotels,
  • in der Gastronomie (auch in der Systemgastronomie),
  • bei Messe-, Kongress- und Eventveranstaltern oder
  • in Branchenverbänden

tätig werden. Studierende, die sich für ein internationales Tourismus Studium entschieden haben, können auch weltweit in entsprechenden Positionen zumindest temporär Erfahrungen sammeln.

Zu den typischen Aufgabenfeldern nach einem Tourismus Studium, die in Tourismusunternehmen von Absolventinnen und Absolventen grundständiger oder weiterführender Studiengänge besetzt werden können, zählen

  • das Rechnungswesen,
  • das Personalwesen,
  • das Controlling,
  • die Unternehmensentwicklung,
  • die Betriebs- und Ablaufplanung,
  • die Verwaltung einzelner Unternehmensbereiche,
  • das Marketing und der Vertrieb,
  • Werbung und Public Relations sowie
  • die Planung und Organisation von Projekten.

Ein eigenes Unternehmen auch ohne familiäre Starthilfe ist für einige Akademiker/-innen noch immer eine erstrebenswerte Option. Ein Aufgabenfeld, das die Möglichkeit der beruflichen Selbständigkeit beinhaltet, ist das Consulting. Gründliches Erarbeiten der Basis beim Tourismus studieren und die Sammlung von Erfahrungen in mindestens einem Wirtschaftsbereich, der direkt vom Tourismus abhängt, sind gute Vorbedingungen für die Unternehmensberatung. Verschiedene Formen der Tourismuswirtschaft greifen auf unabhängige, externe Beratung zurück, um Analysen zu erstellen oder Konzepte für die künftige Geschäftstätigkeit zu entwerfen. Je nach Ausbildungsbiografie sind mit den betriebswirtschaftlichen Kenntnissen aus einem Tourismus Studium – in Kombination mit Berufserfahrung – sicher auch Unternehmensgründungen in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern möglich.

Der Weg in die Wissenschaft ist auch nach dem Tourismus studieren eine denkbare Aussicht. Nach dem grundständigen Tourismus Studium kann alternativ zum Berufseinstieg die Spezialisierung im Master-Studium erfolgen. Mit der anschließenden Promotion ist potentiell der Einstieg in wissenschaftliche Arbeitsbereiche geöffnet. Auch in diesem Tätigkeitsfeld sind verschiedene Schwerpunkte möglich wie zum Beispiel

  • an einer Hochschule,
  • in einer unabhängigen Forschungseinrichtung oder
  • in Beratungs- oder Marktforschungsagenturen.

Fazit & Zusammenfassung

  • Mit einem Tourismus Studium haben Sie die Chance, in eine der Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft einzusteigen.
  • Eine Auszeit vor dem Studium können Sie nutzen, um mit viel Spaß Erfahrungen zu sammeln und relevante Soft Skills zu trainieren, die Sie beim Tourismus studieren nutzen können.
  • Sie haben in grundständigen und weiterführenden Studiengängen die Möglichkeit, sich mit einem Tourismus Studium allgemein verwendbare Tourismuskenntnisse mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt oder eine anwendungsbezogene Spezialisierung zu erarbeiten.
  • Im Gesamtangebot aller Studiengänge, die für eine Tätigkeit in der Tourismusbranche qualifizieren, finden Sie Programme, die mit nahezu jeder Lebens- und Arbeitssituation kompatibel sind.
  • Das Tourismus Studium bietet Ihnen eine günstige Gelegenheit – beispielsweise im Rahmen eines internationalen Studiengangs – praktische und akademische Auslandserfahrung zu sammeln.
  • Sie können ein Tourismus Studium mit einer schulisch oder beruflich erworbenen Hochschulreife beginnen; Sprachkenntnisse in mindestens einer Fremdsprache sind in jedem Fall unabdingbar.
  • Bevor Sie Tourismus studieren, durchlaufen Sie im Rahmen der Bewerbung häufig ein hochschulspezifisches Verfahren, das Bewerberinterviews und obligatorische Studienberatungen einschließen kann.
  • Interdisziplinäre Inhalte sind typisch für das moderne Tourismus Studium sowohl im grundständigen als auch im weiterführenden Studium.
  • Ihre Studienentscheidung, wenn Sie Tourismus studieren wollen, sollten Sie auf Basis organisatorischer und inhaltlicher Fakten treffen, ohne weiche Faktoren wie die Lebensqualität am künftigen Studienort aus den Augen zu verlieren.
  • Wenn Sie Tourismus studieren wollen, hilft Ihnen in Zweifelsfällen eine Studienberatung (z.B. an der Hochschule oder bei der Arbeitsagentur) bei der Klärung offener Fragen zu harten und weichen Studienfaktoren.
  • Bei einem Tourismus Studium stehen Ihnen die jeweils für den Bachelor- und den Masterbereich typischen Mittel zur Studienförderung zur Verfügung; unter anderem: Bafög, Stipendien und steuerliche Vorteile.
  • Nach dem Studienabschluss können Sie in verschiedene operative und administrative Tätigkeitsfelder des Tourismus einsteigen oder Ihr Know-how für eine eigene Unternehmensgründung nutzen.

Quellen / Weiterführende Informationen

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Weitere Informationen

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  3. Duales Studium
    Auch im Tourismus ist ein duales Studium eine Herausforderung – aber so lohnt es sich, Praxiserfahrung, Managementwissen und Theorie zu kombinieren!
  4. Fernstudium
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  5. Tourismusmanagement Studium
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